Bildreportage: Wärmende Farbe

Nanotechnologien ermöglichen zum Teil verblüffende Effekte. Unsere Reporterin Saphir Robert hat ein Unternehmen besucht, das ein neues Heizsystem entwickelt hat. Zum Start bitte auf das Bild klicken.

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So oder in ähnlicher Form kennen die meisten von uns Heizkörper. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie aus einem Rohrsystem und komplizierten technischen Apparaten bestehen. Und dass sie Platz brauchen. Doch das könnte sich künftig ändern. Foto: Bastian Scheefe / pixelio.de
Das Unternehmen BRAUN CNT (bis Dezember 2014 albnano) aus dem baden-württembergischen Burladingen hat eine Wärme produzierende Farbe entwickelt. Diese wird in einer Stärke von einem halben Mikrometer aufgetragen und dann über Elektroden an einen Stromkreis angeschlossen. 24 Volt Spannung reichen aus. Foto: MLR / Ferdinando Iannone
Wird an eine mit der Farbe bestrichene Platte Spannung angelegt, so erwärmt sie sich innerhalb von einer Minute auf mehr als 70 Grad Celsius. Foto: MLR / Ferdinando Iannone
Das Geheimnis hinter der Farbe sind Kohlenstoff-Nano-Röhrchen aus Industrieruß, die sogenannten „Carbon Nano Tubes“ (hier ein Modell). Werden diese auf eine bestimmte Art und Weise angeordnet, so sind sie in der Lage, elektrische Energie in Wärmeenergie umzuwandeln. Diese Eigenschaft bleibt auch dann erhalten, wenn die Farbe getrocknet ist. Foto: MLR / Ferdinando Iannone
Die Wärme produzierende Farbe kann auf die verschiedensten Werkstoffe aufgetragen werden, zum Beispiel auf Metall, Holz oder auch Papier. Außer einer Spannungsquelle, zwei Elektroden und einem Stromkabel sind keine weiteren technischen Apparaturen mehr notwendig. Das System ist somit sehr platzsparend. BRAUN CNT (bis Dezember 2014 albnano)wirbt deshalb auch mit dem Spruch: „Die dünnste Heizung der Welt.“ Foto: MLR / Ferdinando Iannone
Die Farbe könnte zur Beheizung von Autositzen verwendet werden… Foto: Erich Westendarp / pixelio.de
… als Wärmebox für den Pizzaservice oder… Foto: MLR/Ferdinando Iannone
… als wärmende Schutzkleidung für Drachenflieger. Foto: Heike / pixelio.de
Die Entsorgung des mit Nanofarbe bestrichenen Papiers ist laut BRAUN CNT (bis Dezember 2014 albnano) kein Problem und kann über den normalen Restmüll erfolgen, weil CNTs rückstandsfrei verbrennbar sind. Das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf habe außerdem bestätigt, dass die Farbe gesundheitlich unbedenklich sei, so der Hersteller. Allerdings ist das Verfahren noch relativ teuer: 300 Euro kostet derzeit ein Liter Wärme-Farbe. Die heizende Farbe reiht sich ein in ähnliche Entwicklungen wie mit Nano-Röhrchen versetzter Filz, der Körperwärme in Strom umwandelt oder wärmeleitende Lacke für Solaranlagen. Foto: MLR/Ferdinando Iannone
Günther Braun, der Gründer von albnano, das im Dezember 2014 in BRAUN CNT umbenannt wurde, hat die Farbe gemeinsam mit dem Chemieunternehmen Bayer Leverkusen entwickelt. Zuhause hat er probehalber die Wand seiner Garage damit bestrichen. „Die ist jetzt immer schön warm“, sagt er. Er ist davon überzeugt, dass seine Farbe ein wichtiger Schritt in Sachen Wärmeversorgung und Energieeffizienz ist. Foto: MLR/Ferdinando Iannone