Bildreportage: Die Betonschützer

Bauwerke aus Beton können mit Hilfe von Nanotechnologien länger erhalten werden – davon sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der IONYS AG in Eggenstein-Leopoldshafen überzeugt. Reporterin Saphir Robert hat sich im Auftrag des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg über die Arbeit des Unternehmens informiert.
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Aus was, dachten Sie, besteht Beton? Aus Sand, Zement, Kies und Wasser? Ja, das ist richtig. Aber wussten Sie auch, dass sich im Beton beim Aushärten nanokleine Kristallnadeln bilden, die miteinander verfilzen und so einen porösen Werkstoff bilden? (Foto: apalca on Flickr CC BY-SA 2.0)
Dieses Wissen macht sich die IONYS AG zunutze, um Lösungen zum Schutz von Bauwerken aus Beton zu finden und neue Baustoffe zu entwickeln. Denn das Problem bei Betongebäuden ist: Der Baustoff nimmt Wasser und darin gelöste Schadstoffe auf, gibt sie aber nicht wieder ab. Das kann zu Schäden an Betonbauwerken führen… (Foto: MLR)
… zum Beispiel bei Brücken… (Foto: MLR)
... oder bei Parkhäusern... (Foto: Andreas Morlok / pixelio.de)
… oder auch bei Schwimmbädern. Hier sorgt insbesondere das aufbereitete Wasser dafür, dass ein Becken schneller bröckelt als gedacht. (Foto: Morellino / pixelio.de)
Der Ansatz der IONYS AG bei schadhaften Gebäuden ist weder Abriss noch einfach ein neuer Anstrich. Zunächst wird das Gebäude eingehend untersucht. Dafür geht das Unternehmen bei seinen Untersuchungen in die Tiefe und bohrt an verschiedenen Stellen Betonkerne heraus. (Foto: MLR)
Die Bohrkerne werden anschließend mit chemischen Methoden untersucht, um festzustellen, wie weit Schadstoffe – wie zum Beispiel Tausalze auf Straßen oder Auslaugungen im Schwimmbadwasser - bereits in den Beton eingedrungen sind. Viele Schäden sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Deshalb werden die Proben mit verschiedenen Methoden auf Nano- und molekularer Ebene analysiert, um herauszufinden, welches die eigentlichen Ursachen für die Schäden an einem Bauwerk sind und wie diese rückgängig gemacht und künftig verhindert werden können. (Foto: MLR)
Die IONYS AG bietet nicht nur Analysen für Bausubstanzen bei Sanierungsbedarf an, sondern entwickelt und vermarktet aufgrund ihrer Erfahrungen auch selbst Produkte. So werden Mörtel und Betone mit reaktiven Fasern (sog. Additiven) versetzt, die das mechanische Verhalten deutlich verbessern. Im Labor wird untersucht, wie sich die neuen Werkstoffe verhalten. (Foto: MLR)
In einer Vakuumzentrifuge werden die neuen Werkstoffe nach dem Anmischen dann getrocknet… (Foto: MLR)
… und unter verschiedenen Bedingungen getestet, z.B. hinsichtlich Feuchtigkeit oder wie sie auf Salze oder Säuren reagieren. (Foto: MLR)
Das Eggensteiner Unternehmen, das seit 2008 besteht, hat bereits ein sogenanntes „Hydrophobierungsgel“ entwickelt, das als Patent angemeldet wurde. Als hauchdünner Film soll es verhindern, dass in Wasser gelöste Schadstoffe in den Beton eindringen und diesen auf Dauer von innen heraus zerstören. (Foto: MLR)
„Man muss jedes Bauwerk als Einzelfall betrachten und jeweils unterschiedliche Methoden zur Sanierung entwickeln“, sagt Paul Wirtz, Bauingenieur und Vorstand der IONYS AG. Das Problem sei, dass eine Klassifizierung der Bauwerke vielen Eigentümern zu teuer erscheine. Stattdessen würden nur Löcher notdürftig geflickt. „Viele Schäden sieht man aber gar nicht“, sagt Wirtz. Seiner Ansicht nach ist eine chemische Analyse und Behandlung des Betons viel nachhaltiger, weil die Bausubstanz länger erhalten werden könne. (Foto: MLR)