Fahrzeuge

Gut 5,5 Millionen Autos rollten 2010 aus den Werken deutscher Unternehmen. Dahinter steht eine hoch innovative Automobilindustrie, für die Nanotechnologien bei der stetigen technischen Produktentwicklung eine wichtige Rolle spielen.

Vielfältiger Einsatz beim Automobilbau

Reifenprofil; © Rainer Sturm / PIXELIO

Im Automobilbau soll der Einsatz von Nanotechnoligen den Komfort, die Sicherheit und die Umweltfreundlichkeit der Kraftfahrzeuge verbessern. Neu ist die Verwendung von Nanotechnologien dabei keineswegs:

  • Schon seit über 100 Jahren verhelfen nanokleine Partikel von Carbon Black (engl. für Industrieruß) Milliarden von Autoreifen zu hoher Belastbarkeit und geringerem Verschleiß.
  • Der Drei-Wege-Katalysator wandelt mit (Edel-)Metall im Nanoformat Verbrennungsschadstoffe in ungiftiges Kohlenstoffdioxid, Wasser und Stickstoff um.

Immer neue Nanotechnologien ermöglichen es, bislang nicht umsetzbare physikalische und chemische Prinzipien nutzbringend anzuwenden.

Autos werden leichter

Neue Assistenz-, Schutz- und Umweltsysteme haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Fahrzeuge immer schwerer wurden. Dadurch stiegen der Benzinverbrauch und das Risiko von Verletzungen bei Unfällen.

Eine Verschlankung der Bauteile wirkt dem entgegen: Mit Carbon Nanotubes (CNT) „gefüllte“ Thermoplaste sind um ein Vielfaches leichter als traditioneller Stahl – bei besseren Eigenschaften im Falle eines Unfalls und weniger Kraftstoffverbrauch.

Kratzbeständige oder entspiegelte Beschichtungen

Grüner Lack mit Wassertropfen; Foto: table / Quelle: PHOTOCASE

Nanoskalige Keramikpartikel ermöglichen die Herstellung von Klarlacken, die sich in der Waschstraße oder bei Vandalismus im Vergleich zu herkömmlichen Lacken als dreifach kratzbeständiger erweisen und dank Selbstreinigungskraft obendrein länger glänzen sollen. 

Auch Windschutzscheiben können heute dank Nano-Beschichtung kratzfest und gleichzeitig transparent hergestellt werden, weil die winzigen eingearbeiteten Partikel das Licht nicht streuen. Denkbar ist, dass die so erzielte Reflexion der Sonnenstrahlen künftig die Klimaanlage entlastet. 

Solche Nano-Beschichtungen können auch nachträglich aufgebracht werden. In unserer Bildreportage Nanopartikel lassen Wasser abperlen erhalten Sie einen Einblick.

Abblendbarer Innenspiegel in einem Auto; Foto: nurmalso / Quelle: PHOTOCASE

Mittels Nanotechnologie entspiegelte Armaturen sind sowohl sicherer als auch komfortabler. Hinter dem automatischen Abblenden des Innenspiegels bei Dunkelheit stecken ebenfalls Nano-Bestandteile.

Haltbare und umweltfreundliche Technik

Kombinationen aus faserigen und kugelförmigen Nanopartikeln machen die Lagerschalen in den Motoren fester und belastbarer. Weil solche Nano-Dispersionsschichten Reibung und Verschleiß um bis zu 40 Prozent verringern, steigt die Lebensdauer von Gleitlagern, Verzahnungen oder Ventilen. Damit sinkt wiederum der CO2-Ausstoß.

Auch in der Filtertechnik, etwa bei Luftfiltern, stecken polymere Nanofasern.

Besonders umweltfreundliche (Fahrzeug-)Antriebe sollen in Zukunft mit Brennstoffzellen funktionieren. Das Problem der sicheren Speicherung von Brennstoffen, wie zum Beispiel Wasserstoff, auf kleinstem Raum soll ebenfalls künftig mit Hilfe der Nanotechnologien gelöst werden.

(Stand: 2015)



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