Haushalt

Im Haushalt sollen Nanotechnologien vor allem zwei Zielen dienen: Stoffe und Geräte gegen Wasser und Schmutz unempfindlich zu machen und Bakterien und Schimmel abzuwehren. Bereits jetzt gibt es eine Vielzahl an Produkten. Einige davon sind wegen ihrer Umweltauswirkungen umstritten.

Nanosilber in Haushaltsgeräten

Waschmaschinentrommel; Foto: Andreas F. / Quelle: PHOTOCASE

Vor allem Nanosilber steht ganz oben in der Gunst der Hersteller von Haushaltsgeräten. Da Silber gegen Mikroorganismen wie Bakterien und Schimmel wirkt, werden seit einiger Zeit Kühlschränke und Waschmaschinen angeboten, bei denen laut Werbung die Innenräume mit Silberpartikeln beschichtet sind. Sie sollen die dort lebenden Keime töten. Um diesen Effekt zu erreichen, würde es auch ausreichen, Silber in Mikro- statt in Nanogröße einzuarbeiten. Nanosilber gibt aber mehr wirksame Ionen ab als größere Silberpartikel und wirkt so bei kleineren Mengen stärker.

Eine Gefahr, dass Silber über das Abwasser in die Kläranlage und von dort in die Umwelt gelangt, besteht verschiedenen Studien zufolge nicht, weil das Metall im Klärprozess als Feststoff ausfällt. Wenn der Klärschlamm allerdings als Düngemittel auf Felder ausgebracht wird, könnten die Partikel in die Gewässer und die Nahrungskette gelangen.

Da die Gefahr besteht, dass Keime gegen Silber resistent werden könnten, raten Wissenschaftler, unter anderem vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) und vom Umweltbundesamt (UBA), von einer großflächigen Verwendung der Substanz ab. Auch der BUND sieht die breite Anwendung kritisch. Im Interview mit dem Nanoportal erinnert er eindringlich an das Vorsorgeprinzip.

In unserer Rubrik Sie fragen - wir antworten finden Sie mehr dazu.

Nanosilber in Wandfarben, Textilien und Raumausstattung

Wandfarben und Textilien wird ebenfalls Nanosilber zugesetzt. Auch hier geht es darum, bestimmte Bereiche auf Dauer keimfrei zu halten. Nanosilber wird außerdem in Sprays für die antibakterielle Behandlung von Oberflächen, Textilien oder Schuhen verwendet.

Badezimmerarmatur mit Tropfen blau; © Gitti Moser / PIXELIO

Für Badezimmer werden immer häufiger Sanitärkeramiken, Armaturen und Fliesen mit nanostrukturierten Oberflächen angeboten; dadurch soll sich an den Oberflächen kein Schmutz oder Kalk festsetzen. Winzige Erhebungen der fest eingebundenen Nanopartikel sorgen dafür, dass das Wasser abperlt und den Schmutz mitnimmt. In der Küche verhindern ähnliche Beschichtungen auf Herden, Bratpfannen und Backblechen, dass Speisen anhaften.

Auch das Auto, die Wand der Duschkabine oder der Terrassenboden können mit Hilfe von Nanopartikeln wasserabweisend ausgerüstet werden. Unsere Bildreportage verrät mehr.

Nanopartikel in Reinigungsmitteln und Imprägniersprays

Reinigungsmittel für Fußböden können Nanopartikel enthalten, die helfen, Oberflächen zu versiegeln, damit diese leichter zu reinigen sind und nicht so schnell zerkratzen. Glasreiniger mit Nanopartikeln halten glatte Fläche durch den Lotus-Effekt länger sauber.

Haushaltstextilien, wie etwa Tischdecken, werden ebenfalls mit Hilfe von Nanomaterialien gegen das Eindringen von Wasser, Schmutz oder Fetten imprägniert. Diesen Effekt können Verbraucher selbst nachträglich erreichen, wenn sie mit Imprägniersprays Nanopartikel auf Schuhe oder Kleidung aufsprühen. Solche Sprays sind möglicherweise nicht ganz ungefährlich, weil die ultrafeinen Tröpfchen mancher Aerosole tief in die Lunge eindringen und die Lungenfunktion beeinträchtigen können.

Im Interview:
Dr. Rolf Buschmann, BUND: Umweltschäden von Anfang an vermeiden.

Im Interview:
Christian Schumacher, IFA bei der DGUV: Arbeitsschutz gilt auch im Hobbykeller.

(Stand: 2017)



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