Kosmetik

In der Kosmetik-Industrie sind kleinste Teilchen groß in Aktion. Nanopartikel sind unter anderem als UV-Filter in Sonnenschutzprodukten und als „Super-Schwarz“ in Wimperntusche im Einsatz. Im Handel finden sich zudem Zahncremes mit nanoskaligem Hydroxylapatit. In Verbindung mit Zinkcarbonat sollen sie kleine Risse und poröse Stellen in den Zähnen verschließen. Deodorants werden ebenfalls Nanopartikel beigemischt. Sie sollen dadurch transparenter wirken.

Auch nano-kleine Transportsysteme – Micellen, Vesikel, Liposomen – werden eingesetzt, um bestimmte Inhaltsstoffe stabil in die Haut zu transportierten und dort gezielt freizusetzen. So experimentiert die Kosmetik-Industrie beispielsweise damit, Wirksubstanzen wie das vitaminähnliche Coenzym Q10 mit Hilfe des so genannten „Nano-Lipid-Carrier“-Systems (NLC) in die Haut zu transportieren. Das soll helfen, körpereigene Substanzen, die mit zunehmendem Alter schwinden,  auszugleichen. Die Wirkstoffe sind bei diesem Verfahren in nanokleine Fetttropfen (Liposomen) eingeschlossen und sollen erst am Zielort nach und nach freigesetzt werden. Cremes auf NLC-Basis sollen außerdem den Wasserverlust der Haut reduzieren und damit die Hautfeuchtigkeit erhöhen.

Liposomen, Micellen und Vesikel fallen allerdings nicht unter die derzeit gültige Definition für Nanomaterialien, wie sie die Kosmetik-Verordnung (3,219 MiB) enthält: Demnach sind nur solche Stoffe als Nanomaterialien in Kosmetika anzusehen, die absichtlich hergestellt wurden, unlöslich oder biologisch beständig sind und in mindestens in einer Ausrichtung (Länge, Breite oder Höhe) zwischen 1 und 100 Nanometer (nm) groß sind. Vesikel, Micellen und Liposomen lösen sich jedoch im Körper auf und zerfallen dabei in Bestandteile, die wie körpereigene Substanzen abgebaut oder ausgeschieden werden.

Die derzeit (wirtschaftlich) wichtigsten Nanopartikel in Kosmetika sind:

Auf Verpackungen sichtbar

Seit dem 11. Juli 2013 sind die Kosmetik-Hersteller verpflichtet, Verbrauchern auf den Verpackungen offenzulegen, ob und welche Nanomaterialien eingesetzt wurden. Gut möglich, dass diese Kennzeichnungspflicht künftig Nanomaterialien in Kosmetika sichtbar machen wird, die bislang noch nicht im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung standen.
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Erst nach Prüfung und Erlaubnis im Einsatz

Kosmetik-Inhaltsstoffe, die als Nanomaterialien eingesetzt werden, müssen, auch das will die Kosmetik-Verordnung, eigens zugelassen werden.
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Sicherheit muss stimmen

Ob nano-groß oder nicht, gilt der Grundsatz, dass kosmetische Mittel sicher sein müssen. Die Verantwortung dafür, dass alle Inhaltsstoffe und das fertige Produkt selbst diesem Anspruch genügen, tragen die Hersteller. Im Rahmen der Sicherheitsbewertungen, die in der Europäischen Union für jedes kosmetische Mittel von unabhängigen Experten vorgenommen werden müssen, sind auch die Partikelgrößen der eingesetzten Zutaten zu berücksichtigen.

Mehr über den derzeitigen Kenntnisstand zur Sicherheit der Nanomaterialien in Kosmetika finden Sie hier:

(Stand: Mai 2017)



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