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Normen fehlen

Damit der Gesetzgeber etwas regulieren kann, muss es genau definiert oder ohne große Umstände definierbar sein. Gerade das ist bei Nanotechnologien nicht der Fall. Denn schon grundlegende Begriffe wie "Nanomaterialien" sind umstritten. Während beispielsweise die Europäische Kommission darunter Material versteht, das zu mindestens 50 Prozent aus Nanopartikeln besteht, will das Europäische Umweltbüro  diesen Anteil auf 0,15 Prozent der Partikel festlegen.

Als erste brachte die EU-Kosmetikverordnung eine Definition für Nanomaterialien auf den Weg. Allerdings gibt es Klauseln, wonach der Rechtstext und die zugrunde liegenden Definitionen dem jeweiligen wissenschaftlichen Stand anzupassen sind. Daher werden die rechtlichen Bestimmungen der Kosmetikverordnung mittelfristig immer wieder angepasst werden müssen.
 
Auf internationaler Ebene befassen sich die ISO (International Organzisation for Standardization) und die IEC (International Electrotechnical Commission) mit der Normung und Standardisierung der Nanotechnologien. Auf europäischer Ebene ist es die CEN (Comité Européen de Normalisation), auf nationaler das Deutsche Institut für Normung (DIN).

Unter anderem sollen technische Einheiten, Messverfahren, Standards, Qualitätsanforderungen und Sicherheitsvorgaben vereinheitlicht werden. Außerdem besteht gerade in der Forschung ein großer Bedarf an einer einheitlichen Begrifflichkeit.

Aus diesem Grund veröffentlichte Anfang 2012 eine Gruppe europäischer und US-amerikanischer Forschungsinstitute ein Testhandbuch für Nanopartikel.Es enthält derzeit mehr als 80 Vorschriften, nach denen Nanopartikel synthetisiert  und analysiert werden können. Das Buch soll soll ein gemeinsames wissenschaftliches Fundament für europäische Nanoforschungsprojekte liefern. In der Vergangenheit wurde in Forschungsberichten zur Nanotoxikologie zwar oft die untersuchte Substanz angegeben, aber nicht, in welcher Form – Kugeln, Zylinder oder besonders feine Nadeln – sie verwendet wurde. Deshalb waren viele Forschungsarbeiten nicht vergleichbar.

(Stand: Mai 2015)

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