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Lipid-Nanopartikel im COVID-19-Impfstoff

In dem neu entwickelten m-RNA-Impfstoff gegen das Sars-CoV-2-Virus sind Lipid-Nanopartikel enthalten. Was bewirken sie und sind sie gesundheitlich bedenklich?

Antwort:

Die Lipid-Nanopartikel, die beispielsweise in dem mRNA-basierten Impfstoff „BNT162b2“ der Firma BioNTech verwendet werden, bestehen aus bestimmten Fetten, sogenannten Lipiden. Von ihnen gehen nach Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit keine gesundheitlichen Gefährdungen aus und sie wirken nicht schädigend auf die Zellen des menschlichen Körpers (Stand 26.11.2020).

Die Lipid-Nanopartikel „verpacken“ die mRNA und sorgen dafür, dass sie leichter in die Körperzellen transportiert werden kann. Dort setzt sie verschiedene Reaktionen in Gang, an deren Ende eine Immunisierung gegen das SARS-CoV-2-Virus steht. Auf der mRNA („m“ steht für messenger = Bote) befinden sich die Erbinformationen des Antigens (= körperfremder Stoff, z. B. Krankheitserreger), in dem Fall diejenigen des SARS-CoV-2-Virus. Gelangt die mRNA mit Unterstützung der Lipid-Nanopartikel in einige Zellen, können dort mit ihrer Hilfe die Viren-Antigene vom Körper selbst produziert werden. Das reicht aber nicht aus, um eine COVID-Erkrankung auszulösen. Im nächsten Schritt wird daraufhin das körpereigene Immunsystem angeregt, sogenannte Antikörper zu produzieren. Das sind Eiweißstoffe, mit denen die Viren gezielt bekämpft werden können. Sie stehen dann parat, um im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2 einsatzbereit zu sein.

Mehr Informationen zu den RNA-Impfstoffen und anderen Arzneimitteln, die zur Bekämpfung von Infektionen mit dem SARS-CoV-2-Virus entwickelt werden, hat das Paul-Ehrlich-Institut (Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel) in einer FAQ-Liste zusammengestellt.

Weitere „Nano-Verpackungen“

Dazu gehören z. B. Liposome und Mizellen. Sie funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie die Lipid-Nanopartikel und werden für die Verpackung oder Umhüllung von Wirkstoffen, z. B. bei Arzneimitteln oder in der Kosmetik, verwendet.

Liposome bestehen aus einer zweilagigen Hülle von fettähnlichen Stoffen mit einem fettliebenden (lipophilen) und einem wasserliebenden (hydrophilen) Teil. Sie haben einen wässrigen Kern und können dort wasserlösliche Stoffe einschließen. Die Substanzen in der Hülle ordnen sich so an, dass ihre wasserliebenden Bestandteile nach innen zum Kern und nach außen zu einer wässrigen Umgebung gerichtet sind. Liposome sind zwar nanoskalig, gehören aber rechtlich nicht zu den Nanomaterialien, da sie nicht gezielt so winzig klein hergestellt werden und obendrein nicht stabil genug sind. Haben sie ihren Zweck erfüllt, lösen sie sich wieder auf.

Das gilt auch für Mizellen, die in ihrem Kern fettlösliche Wirkstoffe enthalten können. Im Gegensatz zu den Liposomen besteht ihre Hülle nur aus einer Lage. Die fettliebenden Anteile sind nach innen und die wasserliebenden Anteile nach außen gerichtet. Dadurch können sie in wässriger Umgebung transportiert werden.

In Grippe-Impfstoffen werden beispielsweise Öl-in-Wasser-Emulsionen als Wirkverstärker eingesetzt, deren Effekt auf Liposomen und Mizellen beruht. Hier erfahren Sie mehr über Nanomaterialien in Impfstoffen
(Stand Dezember 2020)

Mehr über den Zusammenhang von Lipid-Nanopartikeln und PEG in dem COVID-19-Impfstoff haben wir in diesem Beitrag zusammengestellt.
(Ergänzung Februar 2021)


Noch mehr Fragen und Antworten finden Sie in der Übersicht.
 

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