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Umweltwirkungen von Nanopartikeln

Welche Veränderungen können Nanopartikel bei Tieren und Pflanzen auslösen, die in Abwässer, Seen, Flüsse und Böden gelangen? Wo kann ich darüber Informationen im Nanoportal Baden-Württemberg finden?

Antwort

Der Eintrag von Nanomaterialien in Böden und Gewässer ist prinzipiell über Abwässer bzw. den Klärschlamm möglich. Nano-Silber, Nano-Titandioxid und Nano-Zinkoxid werden zu 90 bis 95 Prozent im Klärschlamm zurückgehalten, wobei Umwandlungs- und Anlagerungsprozesse stattfinden. Falls er als Dünger verwendet wird, könnten sich diese Partikel im Boden anreichern. Unabhängig vom Eintrag von Nanomaterialien empfiehlt das Umweltbundesamt, Klärschlamm wegen der damit verbundenen Risiken nicht in der Landwirtschaft zu nutzen. In Deutschland wird er überwiegend verbrannt und nur zu einem geringen Teil als Dünger eingesetzt.
 
Der Verbleib von Nanomaterialien in Böden ist derzeit noch nicht hinreichend geklärt. Studien ergaben, dass Nano-Silber die Bodengesundheit beeinträchtigen kann, ebenso auch Eisenoxid-Nanopartikel. Nano-Silber, Nano-Zinkoxid und andere Nanomaterialien haben zudem schädigende Effekte auf verschiedene Wasserlebewesen wie aus Untersuchungen bekannt ist.

Forschungen laufen

So zeigen beispielsweise aktuelle Ergebnisse von Untersuchungen an Wasserflöhen, dass Nanosilberpartikel die Abwehrmechanismen der winzigen Tierchen gegenüber Fressfeinden außer Kraft setzen. Das könnte zu negativen Auswirkungen auf die Nahrungskette und das ökologische Gleichgewicht in Gewässern führen. In einer anderen Studie mit Wasserflöhen, die am Auslauf von Modellkläranlagen Nanosilberpartikeln ausgesetzt waren, konnten dagegen keine Auswirkungen nachgewiesen werden.
 
Über solche neuen Erkenntnisse und was sich daraus für Verbraucher ableiten lässt, werden wir auch im Nanoportal immer wieder berichten. Im Fall Nanosilber lautet die Empfehlung: Wegen der negativen Wirkungen auf die Umwelt und der Gefahr der Bildung von Resistenzen ist von Produkten abzuraten, die mit einer antibakteriellen bzw. bakterienhemmenden Wirkung ausgelobt werden.

Mehr erfahren

Informationen zu Nanopartikeln im Klärschlamm, in Gewässern und Böden haben wir hier in der Rubrik „Ihre Fragen“ zusammengestellt. Sie erfahren mehr darüber, ob Sonnencreme schädlich für Lebewesen im Wasser ist und welche möglichen Gefahren sich für Mensch und Umwelt sowie Gewässer durch Nanomaterialien in Textilien ergeben können.

Mehr zu möglichen Gefahren durch Nanomaterialien für Bienen und Hummeln finden Sie hier.

Weiterführende Informationen bieten auch die Rubrik „Links“ und die Broschüre „Nanomaterialien in der Umwelt - Empfehlungen des Umweltbundesamtes“.

(September 2020)

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