Gesellschaft im Dialog

Die Nanotechnologien schreiten unaufhaltsam voran und werden die technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten der Zukunft bestimmen. Darüber sind sich Fachleute, ob euphorisch, pragmatisch oder kritisch, einig. Doch es ist nicht leicht, einen gemeinsamen Umgang mit der Vielzahl von Nanotechnologien und ihren Anwendungen zu finden. In verschiedenen Dialog-Formaten versuchen Fachleute Einigungen zu erzielen. Die wichtigsten der letzten zehn Jahre stellen wir Ihnen in unserer Bilderserie Stimmen im Dialog vor.

Doch Forschung, Entwicklung und Anwendung schreiten voran, alte Fragen sind weiterhin ungeklärt während neue hinzukommen und die Entscheidungen von heute müssen morgen kritisch geprüft werden. Umso wichtiger ist es, die Gesellschaft in diese Entwicklungen einzubeziehen und auch Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich in dieser Debatte Gehör zu verschaffen. 

Dialog auf Dauer: Baden-Württemberg

Der Dialog miteinander kann den verschiedenen Akteuren – Verbraucher, Wirtschaft, Forschung und Politik – helfen, die verschiedenen Standpunkte kennenzulernen, abzuwägen und in den eigenen Erkenntnisprozess mit einzubeziehen. Ziel ist, einen offenen Risikodiskurs zu führen, bevor sich die Positionen aller Beteiligten verfestigen. Dies ist auch Grundlage des Nano-Dialogs Baden-Württemberg.

Indirekt beteiligt: Fachveranstaltungen

Auf Fachdialogen, wie sie etwa das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit seit Jahren durchführt, wird heute selbstverständlich auch die Meinung von Verbrauchern und Umweltverbänden berücksichtigt. Auch wenn Industrieverbände oder Unternehmen zu Nano-Dialogveranstaltungen einladen, darf ihre Position nicht mehr fehlen. Dabei sind es stets die Vertreter einschlägiger Organisationen, die für die Verbraucher sprechen. Die Rückmeldungen, die Verbraucherverbände von interessierten und kritischen Verbrauchern erhalten, sind dabei ein wichtiger Indikator für ihre Bedürfnisse in diesem Bereich.

​​Der direkte Weg: Hingehen, erfahren, diskutieren.

Auf Konferenzen, Vorträgen, Ausstellungen, Wissenschaftsveranstaltungen und sogar Kurzfilmfestivals wird über die Nanotechnologien, ihre Bedeutung, die offenen Fragen, die Besorgnisse und den Wissensstand diskutiert. Immer wieder sind solche Veranstaltungen auch öffentlich. Interessierte Laien haben also die Möglichkeit, sich eine Meinung zu bilden und sich direkt vor Ort zu Wort zu melden.

Auf Einladung der Universität Stuttgart und des Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg konnten Interessierte aus Stuttgart wiederholt direkt mit Unternehmensvertretern diskutieren: INSPIRE, CREATE und Nutzerkomitee hießen die Rahmen für angeregte Gespräche.

Dialog in Europa: NanoDiode

Der gesetzliche Rahmen für einen nutzenbringenden, risikobewussten und zukunftsträchtigen Umgang mit den Nanotechnologien wird in Brüssel gezimmert (werden müssen). Die Europäische Kommission hat sich nichts weniger vorgenommen, als die Nano-Innovationen der Zukunft verantwortlich zu gestalten, also Wissenschaft, Technik und die gesellschaftlichen Anliegen zu verbinden. Dafür setzt sie klar auf Bürgerbeteiligung. Wie das in der europäischen Realität aussehen könnte, entwickelte in den Jahren 2013 bis 2016 das Projekt NanoDiode. In einem ersten Schritt wurde ermittelt, was Europäer zum Thema wissen, welche Innovationen sie sich wünschen und wie sie sich gern in diese Prozesse einbringen würden. Unter www.nanodiode.eu erfahren Sie mehr.

Im Rahmen dieses Projektes luden die Universität Stuttgart und das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg zu verschiedenen Dialogveranstaltungen ein. Mehr.

Einen Überblick über die Dialog-Aktivitäten anderer Akteure der Nanotechnologien finden Sie in einer Übersicht (308,9 KiB), die in der Studie "Nanotechnologie: Verbraucherwahrnehmung und verbraucherpolitische Handlungspotentiale" der Zeppelin Universität Friedrichshafen (September 2011) erstellt wurde.




Ihr Kommentar

Sie haben Fragen oder Anregungen zu den hier dargestellten Inhalten? Dann nutzen Sie die unten stehende Kommentarfunktion. Die Antworten auf Ihre Fragen finden Sie in der Rubrik „Sie fragen – wir antworten“.

Kommentare (0)
Kommentar
Es können folgende HTML-Formatierungen verwendet werden: <b> <i> <u>