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10. Nano-Behördendialog – Informationsaustausch im deutschsprachigen Raum

(27.05.2016) Welche Bedeutung haben wissenschaftliche Erkenntnisse für die Regulierung von Nanomaterialien und Nanotechnologien? Welche Aufgaben stellt der aktuelle wissenschaftliche Stand an die Regeln im Arbeits-, Umwelt- und Verbraucherschutz? Darüber diskutierten Vertreter von Ministerien, Behörden, Forschungsinstituten und Unternehmen aus den deutschsprachigen Ländern beim 10. Nano-Behördendialog.

Wie in Deutschland, so gibt es auch in Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Liechtenstein zahlreiche, unterschiedliche Aktivitäten für einen sicheren, verantwortungsvollen Umgang mit den Nanotechnologien. Seit zehn Jahren tauschen sich die zuständigen Behörden über Ressort- und Ländergrenzen hinweg über die Vorgehensweisen, Erfahrungen und Ergebnisse der verschiedenen Forschungsprojekte, Regulierungen und Kommunikationsstrategien aus. Auf diese Weise entstehen gemeinsame Projekte, abgestimmtes Vorgehen und neue Ideen.

Die Teilnehmer des 10. Nano-Behördendialogs, Bern 2016. Bild: Die Innovationsgesellschaft, St. Gallen


Forschung als Basis
Am 18. und 19. Mai erfuhren 50 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Luxemburg in Bern den aktuellen Stand nationaler und internationaler Forschungsprojekte, nahmen einige Erkenntnisse genauer unter die Lupe und diskutierten die Ansatzpunkte für bestehende und künftige Regulierungen. Stellvertretend für die insgesamt 23 einzelnen Forschungsprojekte des Nationalen Forschungsprojektes 64 der Schweiz lernten die Zuhörer die Ergebnisse aus drei Untersuchungen kennen: Dr. Hans-Peter Kohler von der EAWAG zeigte, dass sich Carbon-Nanotubes biologisch praktisch nicht abbauen lassen und eine Halbwertszeit von 80 Jahren aufweisen. Professor Meike Mevissen von der Vetsuisse Fakultät Bern untersuchte die Verträglichkeit abbaubaren Nano-Implantaten im Gehirn und Dr. Hans Winkler von der Universität Zürich stellte die Ergebnisse einer Studie zur Interaktion von Siliciumdioxid Nanopartikeln aus Lebensmitteln mit Zellen des Immunsystems vor. Er wies dabei auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Nanopartikeln aus der Nahrung und dem erhöhten Auftreten von entzündlichen Darmerkrankungen hin, der dringend weiter untersucht werden müsse.

Ansätze für die Regulierung
In einem zweiten Block wurden verschiedene internationale Projekte mit Relevanz für die Regulierung von Nanomaterialien vorgestellt. Dabei wurde deutlich:
•    Alle Aspekte der Nanoumwelt-, -gesundheits- und -sicherheitsforschung werden bzw. wurden untersucht.
•    Einige dieser Aspekte sollten in die Entwicklung von Regularien einfließen. Von besonderer Bedeutung ist die Entwicklung einheitlicher Testmethoden.
•    Die Mehrheit der OECD-Prüfrichtlinien für Nanomaterialien geeignet, einige müssen jedoch angepasst werden.

Industrie, KMU und Verbraucher
Einblicke in die Sicht der rohstoffliefernden Industrie, Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) sowie der Verbraucher ergänzten die Diskussion: Dr. Karin Wiench (BASF) stellte regulationsrelevante Forschungsprojekte der Industrie in den Mittelpunkt und machte deutlich, die sich in mehr als 10 Jahren Sicherheitsforschung gezeigt habe, dass die Toxizität von Nanomaterialien in erster Linie von den Eigenschaften der Substanzen und nicht von ihrer Partikelgröße bestimmt würden. Mark McKay (HeiQ) gab einen Einblick in die Sicherheitsforschung eines Startups im Textilbereich. Er zeigte am Beispiel von Nanosilber die verschiedenen technischen, bürokratischen und finanziellen Herausforderungen von Registrierungsprozessen aus der Sicht eines KMU. Laura Gross (Die VERBRAUCHER INITIATIVE) legte die Erwartungen der Verbraucher an Industrie und Regulatoren dar und zeigte Ansätze zur Verbesserung des bestehenden Regelwerkes auf.

Mehr Informationen zum 10. Nano-Behördendialog finden Sie unter http://innovationsgesellschaft.ch

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