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Gut vorbereitet?

(11. Juli 2013) Heute tritt die Nano-Kennzeichnung für kosmetische Mittel in Kraft. Sie ist ein Schritt zu mehr Transparenz in diesem Technologiefeld. Verbraucher sollen, so wollen es derzeit die Gesetze zu Kosmetika und Lebensmitteln, erfahren, wo sie mit Nanomaterialien in Berührung kommen. Wie sieht die Kosmetik-Industrie ihre Vorreiterrolle? Wir sprachen mit Birgit Huber, der stellvertretenden Geschäftsführerin und Leiterin des Bereichs Schönheitspflege des deutschen Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW).

Frau Huber, die Kosmetik-Industrie ist die erste Konsumgüterbranche, die Nanopartikel in ihren Produkten kennzeichnen muss. Wie haben sich die Unternehmen auf diese Aufgabe vorbereitet?
Die Verwendung von Nanomaterialien in kosmetischen Mitteln ist nicht neu. Der IKW nimmt bereits seit vielen Jahren aktiv am gesellschaftlichen Dialog zur Sicherheit von Nanomaterialien teil; schon lange, bevor die neue EG-Kosmetik-Verordnung vor mehr als drei Jahren in Kraft getreten ist. Von daher sind unsere Firmen bestens informiert und vorbereitet. Auch wenn die neue gesetzliche Definition „Nanomaterial“ noch immer Fragen offen lässt, werden ab diesem Sommer alle Produkte, die Nanomaterialien enthalten, auch entsprechend gekennzeichnet sein. 

Auf welchen Produkten werden Verbraucher die neue Klammer „(nano)“ voraussichtlich am häufigsten finden? 
Ganz klar auf Sonnenschutzmitteln. Vor allem Nano-Titandioxid und zunehmend auch Nano-Zinkoxid finden breite Verwendung als hochwirksame und optimal verträgliche UV-Filter zum Schutz der Haut.

Dem Ganzen liegt eine Definition von „Nanopartikeln“ zugrunde, die in der Fachöffentlichkeit durchaus umstritten ist. Immer wieder sprechen sich Wissenschaftler und Risikomanager zum Beispiel dafür aus, auch größere Partikel einzubeziehen, wenn sie nanospezifische Eigenschaften mitbringen. Durch die EU-Empfehlung für eine Definition gewinnt die Diskussion wieder an Fahrt. Welche Definition wäre aus Sicht der Kosmetik-Industrie sinnvoll?
Aus unserer Sicht ist die bestehende Definition in der EG-Kosmetik-Verordnung grundsätzlich sinnvoll. In einigen Punkten wäre lediglich eine Konkretisierung wünschenswert, um ein einheitliche Interpretation sicherzustellen.

Nano-Titandioxid konnte die Sonnencremes entscheidend verbessern und ermöglicht heute eine Fülle anwendungsfreundlicher und hochwirksamer Sonnenschutzprodukte. Gibt es ein Anwendungsgebiet, in dem Sie sich ähnliche Fortschritte durch Nanopartikel erhoffen?
Nein. Aktuell sind uns keine derart aussichtsreichen Forschungsprojekte zu neuen Nanopartikeln als Wirkstoffe für kosmetische Mittel bekannt.

Birgit Huber, IKW. (Foto: Ingo Rappers)

Birgit Huber ist stellvertretenden Geschäftsführerin und Leiterin des Bereichs Schönheitspflege des deutschen Industrieverbandes Körperpflege und Waschmittel (IKW, www.ikw.org). Unter dem Namen Dialog Kosmetik organisiert der IKW mit Unterstützung eines neutralen Moderators regelmäßig einen Austausch zwischen Industrie, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Gruppen rund um das Thema Kosmetik.

Im Rahmen des Dialog Kosmetik diskutierte der IKW gemeinsam mit Vertretern von Behörden, Industrien, Hochschulen sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden, was Verbraucher zum Thema Nanotechnologien wissen sollten. Die Ergebnisse finden Sie im Internet auf www.dialog-kosmetik.de

Ausführliche Informationen zu Nanomaterialien in Kosmetika, der neuen Kennzeichnung und der Frage nach der Sicherheit haben wir Ihnen hier zusammengestellt. 

Im Dezember 2011 fand in Stuttgart der Kongress "Kleine Teilchen, große Fragen! Verbraucheraspekte im Umgang mit Nanotechnologien" statt. Auch dort wurde das Thema Kosmetik intensiv diskutiert. Die wesentlichen Fragen der Teilnehmer und die Antworten der Experten darauf haben wir Ihnen in der Rubrik "Nano-Dialog" zusammengestellt.

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