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Nano zum Nachtisch? Donut-Hersteller verzichtet auf Titandioxid

(29.04.2015) Eine amerikanische Nichtregierungsorganisation ließ im Jahr 2013 die in den USA sehr beliebten Donuts untersuchen und stellte fest, dass ihre weiße Glasur auch Titandioxid-Nanopartikel enthielt. Nach derzeitigem Stand ist das weder illegal noch bedenklich, doch der öffentliche Druck bewegte den bekanntesten Donut-Hersteller nun dazu, seine Gebäck-Kringel künftig anders zu färben.

Damit der Zuckerguss auf Streuselschnecken, Berlinern und Co. appetitlich weiß glänzt, dürfen industrielle Bäcker auf den Farbstoff Titandioxid zurückgreifen. Der Stoff mit der E-Nummer E 171 ist in Europa und den USA seit vielen Jahren zugelassen und gilt insgesamt als unbedenklich. Titandioxid ist ein sehr fein vermahlenes Pigment, im Zuge seiner Herstellung entstehen unbeabsichtigt auch Nanopartikel. Diese nanoskaligen Titandioxid-Partikel wiesen die unabhängigen Labors nach, die die amerikanische NGO „As You Sow“ im Jahr 2013 mit der Untersuchung der Donuts beauftragt hatte. In der Folge geschah zweierlei:

„As You Sow“ ging mit der Meldung an die Presse, dass Nano-Titandioxid-Partikel gesundheitsgefährdend für Menschen sein könnten und forderte die Lebensmittelindustrie auf, sie nicht einzusetzen, so lange ihre Sicherheit nicht abschließend belegt sei.

Zugleich forderte die spendenfinanzierte Organisation die Firma Dunkin‘ Brands, zu der auch die berühmte Kette Dunkin‘ Donuts gehört, auf, die Öffentlichkeit darüber zu informieren welche Nanomaterialien in seinen Produkten und Verpackungen zum Einsatz kämen und welche Maßnahmen zur Risikominimierung getroffen würden. Das Medienecho war erwartungsgemäß gewaltig.

Im März 2015 erklärte die Firma nun, den Farbstoff Titandioxid künftig nicht mehr einzusetzen und den Dialog über den Umgang mit Nanomaterialien in Lebensmitteln fortsetzen zu wollen. As You Sow zog daraufhin seine Forderung nach einem „Nano-Bericht“ zurück.

Legal und unbedenklich
Ob der Farbstoff Titandioxid unter die rechtliche Definition von technisch hergestelltem Nanomaterial fällt oder nicht, wird auch in der EU derzeit überprüft. Mehr dazu und die möglichen Folgen erfahren Sie hier. Titandioxid gilt bisher als unbedenklich, gesundheitliche Beeinträchtigungen durch E 171 sind bisher nicht bekannt. Mögliche Risiken durch (nano-)Titandioxid zeigten sich in Studien bislang nur in Zellstudien sowie bei Aufnahme über die Atemwege. Die Aufnahme über den Mund in den Verdauungstrakt gilt nach dem derzeitigen Stand des Wissens als unproblematisch.

Verbraucher wollen Offenheit
Doch Analytik und Wissen schreiten voran und so ist es sinnvoll, die konkreten Auswirkungen jeden Nanomaterials im Einzelfall und bezogen auf seine jeweilige Anwendung zu überprüfen. Das Beispiel aus den USA zeigt zudem, dass Unternehmen die Sorgen und Fragen der Öffentlichkeit ernst nehmen und entsprechend reagieren sollten. Dunkin‘ Brands tut das, in dem die Firma die Rezeptur des Zuckergusses ändert und sich dem Gespräch mit der Gesellschaft öffnet. Die Medienkampagne von „As You Sow“ hat so zwar weder neue Erkenntnisse gebracht noch ein tatsächliches Risiko beseitigt. Von einem sensiblen Umgang mit technischen Innovationen in Lebensmitteln und Verpackungen profitieren Verbraucher dennoch.

Sie haben Fragen zu Nanomaterialien in Lebensmitteln und Verpackungen? Schreiben Sie uns, wir beantworten Sie gern. Vielleicht finden Sie die Antwort auf Ihre Frage schon hier.

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