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Nanomaterialien in Gruppen bewerten

(26.01.2016) Bisher wird jedes Nanomaterial für sich getestet und bewertet – das ist aufwändig, teuer und sehr langsam. Im jüngst gestarteten Forschungsprojekt NanoToxClass suchen Wissenschaftler deshalb nach Möglichkeiten, die Nanomaterialien gemäß ihres Gefährdungspotenzials in Gruppen einzuteilen.

Hinter der Fülle der verschiedenen Nano-Anwendungen steht eine überraschend kleine Zahl von Ausgangsstoffen. Die Vielfalt der eingesetzten Nanomaterialien ergibt sich durch Kombinationen verschiedener Stoffe sowie durch unterschiedliche Größen, Formen und Oberflächen. Für eine gesundheitliche Bewertung wird bisher jedes Nanomaterial einzeln experimentell untersucht. Das ist teuer, langwierig und erschwert eine zugleich treffsichere und flexible Regulierung. Im Rahmen des Projektes NanoToxClass wird nun daran gearbeitet, die Nanomaterialien danach einzuteilen, welche Gefahr von ihnen ausgeht. Auf diese Weise soll für Nanomaterialien möglich werden, was für eine Reihe herkömmlicher Chemikalien längst üblich ist: Sie werden auf der Grundlage ihrer Strukturen und Wirkmechanismen in Gefahrengruppen eingeteilt. Diese Einstufung ist die Grundlage für alle weiteren regulatorischen Entscheidungen, zum Beispiel für den Arbeitsschutz, die Kennzeichnung oder die Zulassung für bestimmte Anwendungen.

Daten verknüpfen, Daten schaffen
Um zu diesen Gruppierungen zu kommen, werden die Forscher in den nächsten drei Jahren unter anderem die bereits vorhandenen Daten auswerten. Ein wichtiger Schwerpunkt des Projektes ist es aber darüber hinaus, systematisch und gezielt neue Daten über die Wirkmechanismen der Nanomaterialien zu erzeugen, um so eine belastbare Grundlage für die Kategorisierung zu erhalten. Dafür werden moderne Techniken und Untersuchungsverfahren mit etablierten Tests kombiniert. Indem Daten aus in-vivo- und in-vitro-Tests miteinander in Verbindung gebracht werden, können zudem bestehende in-vitro-Tests weiterentwickelt und neue Teststrategien entwickelt werden.

Elf Forscher aus fünf Ländern
NanoToxClass ist Teil des EU-Programms ERA-NET SIINN (European Research Area Network – Safe Implementation of Innovative Nanoscience and Nanotechnology). Bis November 2018 vereint es elf Partner aus fünf Ländern. Die Projektleitung hat das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Erkenntnisse aus den 36 Monaten Arbeit werden unmittelbar in nationale, europäische und internationale Gremien vorgestellt, um von Beginn an zu prüfen, ob sie tatsächlich in der gesetzgeberischen Praxis genutzt werden können.

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