Nanotitandioxid beeinflusst Dünndarmzellen

(28.03.2017) Titandioxid wird in großem Umfang in verarbeiteten Lebensmitten, Nahrungsergänzungsmitteln und Medikamenten eingesetzt. Ob beabsichtigt oder nicht, sind darunter auch Teilchen in Nanogröße. In einer Studie an Darmepithelzellen fanden Wissenschaftler Hinweise darauf, dass diese Partikel Stoffwechsel- und Aufnahmeprozesse dieser Zellen beeinflussen können.

Der Magen-Darm-Trakt ist sowas wie unsere innere Grenze zur Außenwelt. Was aus unserer Nahrung und damit der Umwelt in den Organismus gelangen darf, wird an den Wänden des Darms entschieden. Unter Laborbedingungen untersuchten Wissenschaftler in den USA, wie Dünndarmzellen in einem Zell-Modell auf Titandioxid-Partikel reagieren, die 30 nm groß sind. Um neben akuten auch chronische Effekte beobachten zu können, wurden die Kultur-Zellen für jeweils 4 Stunden und fünf Tage mit Nano-Titandioxid (TiO2) in ihrer Umgebung konfrontiert. Die Ergebnisse lassen aufhorchen:​

  • Unter chronischem Einfluss der TiO2-Nanopartikel war die Barrierefunktion der Zellen deutlich herabgesenkt.​
  • Sauerstoffradikale, Entzündungssignale und die Aktivität des Enzyms Alkalische Phosphatase stieg an.​
  • Die Aufnahme von Eisen, Zink und Fettsäuren in die Zellen sank ab, nachdem die Zellen in Kontakt mit nano-TiO2 gewesen waren. ​

Das bedeutet, dass nano-TiO2 deutlichen Einfluss auf die Funktionsweise der untersuchten Zellen hatte.​

Das Abstract und Zugang zur Studie finden Sie unter: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2452074816301185


Weitere Nano-Nachrichten finden Sie in unserem Archiv.