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Sieben Fragen für mehr Transparenz

(08.07.2013) Vertreter von Forschungsinstituten, Gewerkschaften, Industrie, Kirchen sowie Umwelt- und Verbraucherorganisationen diskutierten in den Jahren 2011 und 2012, was nötig wäre, um auf allen Stufen der Wertschöpfungskette vom Hersteller bis zum Verbraucher offen und sachlich über Nanomaterialien informieren zu können. Am 24. Juni wurden die Ergebnisse in Brüssel vorgestellt.

Was wollen Verbraucher eigentlich wissen, wenn es um Produkte mit Nanomaterialien geht? Was sollten Hersteller und Handel einander und der Öffentlichkeit darüber sagen können? Und wie? Auf welche der verschiedenen, derzeit diskutierten Definitionen sollten sie die Unternehmend dabei beziehen? Und wie stehen sie und die zivilgesellschaftlichen Gruppen zu Kennzeichnungspflichten und (möglichen) Produktregistern? Diese Fragen diskutierten die Mitglieder des Dialogforums Nano von BASF über viele Monate hinweg.

Am Beispiel schmutzabweisender und antibakterieller Textilien sowie Farben und Lacken wurden Verbraucheranfragen analysiert, der Stand der wissenschaftlichen Diskussion ausgelotet, Verfahren zur Sicherheitsbewertung für Nanomaterialien diskutiert und Wissenslücken identifiziert. In nicht selten schwierigen Diskussionen einigten sich die Beteiligten sich schließlich auf praktische Empfehlungen für den Aufbau von belastbaren Informationen innerhalb der Herstellungskette und die Kommunikation mit Verbrauchern. Dabei identifizierten sie sieben Bereiche, zu denen die jeweils vorgelagerte Lieferkette Informationen liefern können muss, damit innerhalb eines Unternehmens gesicherte Informationen vorliegen. Mit ihrer Hilfe können dann die Fragen von Händlern und Verbrauchern beantwortet werden:

1. Welche Nanomaterialien werden eingesetzt?
2. Fällt das jeweils betrachtete Nanomaterial unter die EU-Empfehlung für die Definition für Nanomaterialien?
3a. Falls es sich um ein Nanomaterial handelt: Was tut es im Produkt und wie funktioniert das?
3b. Falls es sich nicht um ein Nanomaterial handelt: Wie kommt die diskutierte Funktionalität tatsächlich zustande?
4. Welchen Zusatznutzen haben die Nanomaterialien im Vergleich zu anderen Produkten?
5. Welche Informationen zur Risikobewertung des jeweiligen Materials gibt es und wie ist die Einschätzung?
6. Informationen zur Wiederverwertung bzw. Entsorgung des Materials am Ende des Produktlebenszyklus‘.
7. Hinweise auf weiterführende Informationen.

Diskussion anlässlich der Präsentation des Abschlussberichtes in Brüssel. Foto: BASF SE


“We have learned to listen”
Einige derer, die die offenen und bei allen Schwierigkeiten letztlich fruchtbaren Diskussionen miterlebt und mitgestaltet hatten, gaben auf der Abschlussveranstaltung der jüngsten Dialogrunde einen Einblick in ihre Erfahrungen. Iris Wolf, Vertreterin der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie fasste die wohl wertvollste Erfahrung zusammen: „Wir haben gelernt zuzuhören.“ 

Vor einem gespannten Publikum aus Vertretern von Industrie, Handel, zivilgesellschaftlichen Organisationen und EU-Behörden, wurden die Empfehlungen des Dialogforums diskutiert. Trotz der naturgemäß sehr unterschiedlichen Standpunkte wurde dabei deutlich, dass alle Beteiligten eine offene Kommunikation innerhalb der Herstellungs- und Vermarktungsketten, ein verlässliches gesetzgeberisches Regelwerk sowie aussagestarke Risikobewertung und Rückverfolgbarkeit für wichtig und notwendig halten.

Den vollständigen Abschlussbericht auf Deutsch finden Sie hier.

Mehr über die Abschlussveranstaltung in Brüssel sowie einen Eindruck von den Diskussionen dort (englisch) finden Sie auf den Seiten von Dialog Basis, die das Dialogforum Nano der BASF durchführten.

Wer mehr über das Dialogforum Nano der BASF erfahren möchte wird hier fündig.

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