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Textilien: Nano-Silber aus Mikro-Schichten

(21.08.2014) Wenn Socken, Bettwäsche, Sportkleidung oder antibakterielle Wundauflagen heute mit Silber beschichtet werden, wollen Umweltforscher wissen, ob und in welchen Mengen Silber-Partikel aus solchen Textilien beim Waschen in die Umwelt gelangen. Ein Team des Schweizer Forschungsinstituts für Materialwissenschaften und Technologie hat nun untersucht, wie sich die verschiedenen Silberbeschichtungen in der Waschmaschine verhalten. Erstaunliches Ergebnis: Nano-Silber-Beschichtungen sind nicht die Hauptquelle für Nano-Silber im Waschwasser.

Silber wirkt antibakteriell und wird gerade deshalb auf Textilien aller Art eingesetzt. Zugleich gilt es als stark wassergefährdend. Nicht nur Wissenschaftlern stellt sich daher die Frage, wieviel Silber eigentlich durchs Waschen der Kleidungsstücke und Gebrauchstexilien ins Waschwasser, ins Abwasser, in den Klärschlamm und schließlich in Oberflächengewässer und Grundwasser gelangt und welche Effekte es dort hat. Da häufig Nano-Silber zur Ausrüstung der Textilien eingesetzt wird und sein toxisches Potenzial größer als das von mikroskaligem Silber ist, werden Beschichtungen mit Nano-Silber besonders kritisch gesehen.

Wo Nano drin ist, kommt nicht immer Nano raus
Ein Wissenschaftler-Team des Schweizer Forschungsinstituts für Materialwissenschaften und Technologie (EMPA) hat nun untersucht, ob und in welcher Form Silber aus silberbeschichteten Textilien ausgewaschen wird. Dafür untersuchten sie das Abwasser von Waschgängen mit Silber-beschichteten Textilien. Dabei stellten sie fest, dass aus Textilien, die mit Nano-Silber beschichtet waren, weniger Silber ins Abwasser ging als aus konventionell beschichteten. Die Wissenschaftler erklären das damit, dass bei Beschichtungen mit Nano-Silber sowieso nur sehr wenig Silber eingesetzt wird. Während aus den konventionell silber-beschichteten Textilien in einer Fülle verschiedener Silber-Partikel auch nennenswerte Mengen Nano-Partikel ins Waschwasser gespült wurden, setzten Nano-Silber-beschichtete Textilien kaum Nano-Partikel frei.

Aus diesen Erkenntnissen leiten die Wissenschaftler die Empfehlung ab, den Umgang mit Silber in Textilien unabhängig von der Partikelgröße verantwortungsvoll und zielführend zu regulieren. Dies gilt umso mehr, als in den Silber-beschichteten Textilien eine überraschende Menge verschiedener Silbermaterialien zu finden ist, deren Zusammensetzung schon in der Herstellung, den Beschichtungsprozessen selbst und nicht zuletzt dem Waschmittel beeinflusst wird. In einem nächsten Schritt wollen die Forscher nun untersuchen, welchen Einfluss das verwendete Waschmittel auf die Zahl und die Art der ausgewaschenen Silber-Teilchen hat.

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