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Einer der Väter des Rastertunnelmikroskops ist tot

Gerd Binnig und Heinrich Rohrer 1986 mit dem Kernstück des Rastertunnelmikroskops. Bild: IBM-Research - Zurich

(22. Mai 2013) Die Nanotechnologien haben viele Väter. Einer von ihnen, der Schweizer Physiker Heinrich Rohrer, starb am 16. Mai.

Als Dr. Heinrich Rohrer 1963 an das IBM Forschungslabor in Zürich kam, waren die Nanotechnologien noch nicht mehr als eine Vision. Erst 1959 hatte der amerikanische Physiker Richard Feynman die berühmte Rede „There’s plenty of room at the bottom“ (etwa: Ganz unten ist eine Menge Platz) gehalten, die heute als die Geburtsstunde der modernen Nanotechnologien gilt. Vor den Zuhörern der Amerikanischen physikalischen Gesellschaft sprach er über dieZukunft der Naturwissenschaften, die für ihn darin lag, Atome, Moleküle und ihr Verhalten gezielt zu verändern und zu steuern. Etwa 20 Jahre später schuf Heinrich Rohrer gemeinsam mit seinem Kollegen Gerd Binnig eine der wesentlichen Voraussetzungen für diese Ideen: Zusammen entwickelten sie das Rastertunnelmikroskop, mit dem es möglich wurde, einzelne Atome sichtbar zu machen und gezielt anzuordnen. Fortan konnten so die atomaren Strukturen von Oberflächen erforscht und schließlich sogar neue Oberflächenstrukturen aufgebaut werden. Im Jahr 1986 erhielten Gerd Binnig und Heinrich Rohrer für diese Leistung den Physik-Nobelpreis.

Heinrich Rohrer blieb den Nanotechnologien in seiner langen Forscherlaufbahn für IBM und darüber hinaus treu. Als Ehrengast konnte er gemeinsam mit Gerd Binnig im Jahr 2011 die Eröffnung des gemeinsamen Zentrums für Nanowissenschaften der ETH Zürich und IBM teilnehmen, das ihnen zu Ehren den Namen Binnig and Rohrer Nanotechnology Center trägt.

Heinrich Rohrer starb am 16. Mai im Alter von 79 Jahren in Zürich. 

Mehr zur Geschichte der Nanotechnologien finden Sie hier.

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