Keine nano-spezifischen Regelungen vorhanden

Spezielle Methoden, die vor allem die Risiken von Nanopartikeln am Arbeitsplatz untersuchen und bewerten, gibt es bislang weder auf nationaler noch auf internationaler Ebene. Daraus folgend gibt es bislang auch keine spezifischen gesetzlichen Regelungen.

Stattdessen kommen Regelungen zur Anwendung, die bereits für andere Bereiche der Industrie entwickelt wurden sowie die allgemeinen Bestimmungen des Arbeitsschutzes (wie etwa des Arbeitsschutzgesetzes und des Chemikaliengesetzes). Dazu gehört auch die EU-Chemikalienverordnung REACH, nach der Stoffe auf ihre Gefährlichkeit untersucht, entsprechend klassifiziert und unter Umständen in ihrer Verwendung beschränkt werden müssen.

Hinzu kommen Leitfäden verschiedener Industriezweige. Sie beziehen sich häufig auf den Schutz der Beschäftigten vor Feinstaub und Dämpfen und empfehlen verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, wie zum Beispiel das Tragen von Atemschutzmasken, -hauben und unter Umständen Schutzkleidung.

Rechtlich vorgeschrieben ist eine Obergrenze für Feinstaub, die 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft beträgt und nicht überschritten werden darf. Diese Grenze bezieht sich aber auf Feinstaub jeglicher Herkunft, also nicht speziell, aber auch auf nanofeine Stäube.

Die allgemein gültigen Vorschriften zur Sicherheit am Arbeitsplatz und zum Schutz der Arbeitnehmer verpflichten alle Betriebe dazu, die Gefahren denen Arbeitnehmer möglicherweise ausgesetzt sind zu bewerten. Dabei sind gegebenenfalls auch die "Nanoeigenschaften" der eingesetzten Chemikalien zu berücksichtigen. Wo diese nicht vollständig bekannt sind, greift das Vorsorgeprinzip. Eine Übersicht der aktuellen Erkenntnisse sowie Leitfäden zur Bewertung möglicher Gefahren hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zusammengestellt.

Umfassendere Vorgaben sind erst zu erwarten, wenn ausführlichere, konkrete Studienergebnisse vorliegen und auf EU- wie Bundesebene das nanospezifische Regelwerk verfeinert wird. Mehr dazu beim Thema Recht - Gesetzliche Vorgaben.

(Stand: 2015)



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